Zeitleiste: Von Vlad Dracula bis Twilight

Infokasten zum Interview mit Eric Nuzum

1431: Vlad Dracula (Beiname „der Pfähler“) wird geboren. Er herrschte mit Unterbrechungen bis zu seinem Tod 1476 in Transsilvanien, heute ein Teil Rumäniens. Wegen seiner grausamen Taten wurde er zum Vorbild für Vampirgeschichten und -Filme weltweit. Der Name „Dracula“ ist rumänisch und bedeutet „Sohn des Teufels“, aber auch „Sohn des Drachen“ (Vlad Draculas Vater gehörte dem Orden des Drachen an).

1560: Die ungarische Gräfin Erzsébet Báthory wird geboren. Sie soll unzählige junge Frauen gefoltert, getötet und angeblich auch in ihrem Blut gebadet haben. Nach ihrer Verurteilung wurde sie lebendig eingemauert und verstarb 1614. Die „Blutgräfin“ wurde durch Geschichten wie „Carmilla“ zum Vorbild für literarische und filmische Darstellungen weiblicher Vampire.

1748: Der deutsche Dichter August Ossenfelder benutzt das Wort „Vampyr“ in einem Gedicht. Zur gleichen Zeit taucht das Wort in mehreren Schriftstücken in Europa auf.

1872: Joseph Sheridan Le Fanu, ein irischer Autor von Gruselgeschichten, veröffentlicht die Geschichtensammlung „In A Glass Darkly“, zu der auch die Vampirgeschichte „Carmilla“ gehörte.

1897: Der 50jährige Autor Bram Stoker veröffentlicht seinen Roman „Dracula“. Sein Buch wird zum Inbegriff des Vampirromans, obwohl er nie in Rumänien war und praktisch nichts über das Vorbild für seinen Graf Dracula, den echten Vlad Dracula, wusste.

1912: Der dänische Regisseur August Blom dreht den vermutlich ersten Vampirfilm „Vampyrdanserinden“.

1922: Der deutsche Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau (eigentlich Friedrich Wilhelm Plumpe) bringt seinen Film „Nosferatu“ ins Kino. Die Darstellung seines Schauspielers Max Schreck als „Graf Orlock“ wirkt so verstörend, dass gemunkelt wird, er sei tatsächlich ein Vampir.

1925: Bram Stokers Witwe Florence gewinnt den Rechtsstreit gegen Murnau wegen Urheberrechtsverletzung. Alle Kopien des Films sollen zerstört werden.

1927: Der ungarische Schauspieler Bela Lugosi brilliert am Broadway in dem Theaterstück „Dracula“. Als der Regisseur Ted Browning das Stück verfilmen will, tut Lugosi alles, um die Hauptrolle zu bekommen. Der Film von 1931, der rechtlich von Florence Stoker abgesegnet ist, wird ein großer Erfolg.

1958: 20 Jahre nach der beeindruckenden Dracula-Darstellung durch Bela Lugosi wagt sich endlich wieder eine Filmfirma an einen Vampirfilm. Der Hauptdarsteller von „The Horror of Dracula“ ist Christopher Lee.

1976: Anne Rice veröffentlicht den Roman „Interview mit einem Vampir“.

1985: AIDS ängstigt Menschen in aller Welt. Vampirfilme boomen.

1992: Francis Ford Coppolas Film „Bram Stoker’s Dracula“ mit Gary Oldmann als Graf kommt in die Kinos.

1994: Die Verfilmung von „Interview mit einem Vampir“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle läuft an.

1997: Die TV-Serie „Buffy the Vampire Slayer“ startet in den USA.

2005: Die amerikanische Autorin Stephenie Meyer landet Bestseller mit „Twilight“ und den Folgeromanen. Die Verfilmung kommt noch dieses Jahr ins Kino.

Jessica Braun für Tagesspiegel am 14.12.08

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