Glastonbury Festival: Zelt mit Zimmerservice

© Land & Sky
Die Jurten bieten Kleiderschrank und Kingsize-Bed mit Blick auf den Sternenhimmel

In England hat sich ein eigener Markt für wohlhabende Festival-Besucher entwickelt: Luxus-Camping. Jessica Braun sprach mit Zeltplatz-Betreiber Martin Cary.

ZEIT ONLINE: Herr Cary, das Glastonbury-Festival ist eines der größten Rock-Festivals der Welt. Es fand zum ersten Mal 1970 statt und wird, ähnlich wie Woodstock, stark mit der Hippie-Kultur assoziiert. Wie kamen Sie auf die Idee, einen Luxus-Campingplatz für die Festival-Besucher zu eröffnen?

Cary: Ich bin in Glastonbury aufgewachsen, auf dem Bauernhof. Das Land, auf dem die Zelte stehen, gehört meiner Familie. Als Kind bin ich einfach immer rüber zum Festival gelaufen. Damals gab es keinen Zaun und auch keine Security. Es waren die Achtziger und das Festival war noch überschaubarer. Bands wie Human League traten auf. Als ich dann zur Universität ging, spielte mir ein Freund eine CD mit einem Live-Mitschnitt von Glastonbury vor. Ich bekam eine Gänsehaut – es war das Konzert, auf dem ich auch gewesen war.

ZEIT ONLINE: Aber diese Zeiten sind vorbei.

Cary: Mittlerweile arbeite ich als Wirtschaftsprüfer in London, bin älter geworden, habe ein kleines Kind. Mein Blickwinkel hat sich dadurch verändert: Ich verstehe, warum es Menschen gibt, die funktionierende Duschen haben wollen, wenn sie zu einem Rock-Festival gehen. Die einen Rückzugsort brauchen und natürlich saubere Toiletten. Sachen, auf die man als Jugendlicher noch eher verzichten kann. Meine Eltern stellten sich schon länger die Frage, wie man mit unserem Land noch Geld verdienen könnte – sein Einkommen nur mit Landwirtschaft zu bestreiten, ist in England heutzutage nicht so einfach. Ich erinnerte mich daran, dass es in einem versteckten Tal einen stillgelegten Eisenbahntunnel gab, der sich perfekt eignete, um sanitäre Anlagen zu installieren. So kam eines zum anderen.

ZEIT ONLINE: Sie hätten auch kleine Holzhäuser auf die Wiese stellen können. Wieso wurden es Jurten?

Cary: Die Jurten wurden ursprünglich von den Mongolen, also Nomaden, entwickelt. Dschingis Khan ist mit Jurten…

Vom 09. April 2010. Das vollständige Interview finden Sie auf ZEIT ONLINE.

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