Zur Fuß durch Nantes mit Anaïs Amary

article îdileFür die Malerin Anaïs Amary hat Nantes genau die richtige Größe: Spannend wie Paris aber nicht so anonym. Hier gibt sie Tipps für einen Stadtrundgang zu ihren liebsten Sehenswürdigkeiten: „Durch Nantes fließen die Loire und die Edre. An ihren Ufern und in den vielen Parks kann man herrlich ausspannen. 2013 trägt die Stadt deswegen auch den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“, der für Lebensqualität und Nachhaltigkeit bürgt. Auch kulturell ist immer etwas los, seien es Konzerte, Ausstellungen oder Festivals. Wenn ich Besuch habe, beginne ich den Tag am liebsten auf dem Talensac Markt nördlich des Stadtzentrums. In den lichten Hallen bieten Bauern aus der Umgebung ihre Waren an: Obst, Fisch, Bastkörbe. Nach dem Frühstück kann man am Ufer der Edre entlang zur Insel Versailles schlendern, einer kleinen Insel mit einem japanischen Park mitten in der Stadt. Von hier sind es nur ein paar Minuten bis zum Tour de Bretagne. Der 144 Meter hohe Turm ist nicht sonderlich schön, aber man hat von oben eine atemberaubende Aussicht. Ich weiß nicht, ob man den hölzernen Elefanten auf der l’Ile de Nantes von dort auch sehen kann. Steht man vor ihm, wirkt er gigantisch. Er gehört zum Kulturprojekt Les Machines de l’île, genau wie das Karussell der Meereswelten und die Maschinengalerie. Wenn man über die Anne-de-Bretagne-Brücke zum Pier geht, kann man von dort den Navibus nehmen – ein Boot, das einen nach Trentemoult übersetzt. Die Fahrt dorthin fühlt sich immer wie ein richtiger Ausflug an, weil das Dorf mit seinen hübschen Restaurants am Ufer noch einmal einen anderen Blick auf Nantes bietet. Zurück in der Stadt fahre ich mit der Tram bis zur Station Commerce, um in der Passage Pommeraye mit ihren hölzernen Stiegen bummeln zu gehen. Sie wurde 1843 für die wohlhabenden Damen der Stadt eröffnet. Geht man von hier über den eleganten Place Royale und am Brunnen vorbei, gelangt man zum Place du Bouffay. Hier kann man vor einem der vielen Cafés bei einem Getränk in der Sonne sitzen. Um den Tag ausklingen zu lassen gehe ich am liebsten in das Kulturzentrum Lieu Unique, eine ehemalige Keksfabrik. Es gibt einen Hörsaal, Ausstellungsräume, einen Buchladen, eine Bar und sogar ein Hamam. Wenn das Wetter gut ist stellen die Betreiber Liegen an das Edre-Ufer. Wenn nicht, geht man im Restaurant etwas essen – und dann tanzen bis in den Morgen.“

Anaïs Amary (26) lebt seit sechs Jahren in Nantes. Sie arbeitet als Dekorateurin für Theater und Oper, restauriert Möbel und gibt Kreativkurse für Erwachsene und Kinder. (http://leboudoirdenais.blogspot.fr)

Aufgezeichnet von Jessica Braun für Für Sie Heft 20 am 02. September 2013

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2 Gedanken zu „Zur Fuß durch Nantes mit Anaïs Amary

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