Caritas-Hotel in Wien: Hier ist noch Platz

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Für die Caritas Services GmbH arbeiten in Österreich über 100 Menschen. | © Paul Kranzler

Die längste Anreise haben im Wiener Hotel Magdas die Angestellten hinter sich – es sind Flüchtlinge aus aller Welt. In einem ehemaligen Altenheim hat ihnen die Caritas zu einem festen Job verholfen.

Pamm! Einer der Koffer, die als Deko in der Lobby gestapelt sind, bekommt eine mit dem Putzlappen gewischt. An der Rezeption stehen Gäste, während Bissi vom Housekeeping den Eingangsbereich des Hotels auf Vordermann bringt. Der Staub hat allen Grund, sich zu fürchten. Eben hat die Nigerianerin noch mit Nachdruck den Tisch mit den kostenlosen Postkarten geschrubbt. Jetzt sind die karierten Koffer aus den Fünfziger Jahren dran. Bissi verpasst den Stehimwegs eine entschiedene Abreibung. Ordentlich muss das Magdas ausschauen. Für Bissi scheint das eine persönliche Mission zu sein.

„Hatten Sie a guate Anreise?“ Dinis, der Rezeptionist aus Guinea-Bissau, reicht einem Paar den Zimmerschlüssel über den Empfangstresen. Wer im Hotel Magdas ankommt, hat oft einen weiten Weg hinter sich. Doch weiter als der Weg der Gäste war meist derjenige der Angestellten. Hinter ihnen liegen oft Wochen und Monate, die sie versteckt auf Containerschiffen oder zusammengekauert im Gepäckraum von Bussen verbringen mussten. Getrieben von Angst und Not, hatten sie ihre Heimat verlassen. Wurden durchgereicht, bis sie in Wien eine Bleibe fanden. Mit dem Magdas beginnt für sie nun ein neuer Lebensabschnitt. Das Hotel am Wiener Prater ist ein Projekt der Caritas: Hier sollen anerkannte Flüchtlinge die Chance bekommen, auf dem österreichischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Früher war das Gebäude ein Pflegeheim. Nun arbeiten hier 20 Flüchtlinge aus 16 verschiedenen Ländern. Alle in Festanstellung, obwohl nur Dinis und eine seiner Kolleginnen Hotellerie-Erfahrung haben.

Dafür werden im Haus ganze 27 Sprachen gesprochen. „Portugiesisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Italienisch, Schwedisch und Spanisch“, zählt Dinis auf – die Sprachen, in denen er sich verständigen kann. Der 29-Jährige guckt stolz hinter dem riesigen Blumenstrauß hervor, der auf dem Empfangstresen steht. Guinea-Bissau, Dinis’ erste Heimat, ist eines der ärmsten Länder der Welt. 2003 verließ er seine Familie, versteckte sich auf einem Frachtschiff. Da war er 17 Jahre alt. „Ich wollte nicht in einem Land leben, das korrupt ist und in dem es keine Meinungsfreiheit gibt“, sagt er. Das Schiff brachte ihn von seiner westafrikanischen Heimat nach Italien. Von dort kam Dinis nach Österreich. Er fand einen Ausbildungsplatz in der Hotellerie – Asylbewerbern bis 25 Jahre ist es erlaubt, eine Lehre zu machen. Doch danach eine Stelle annehmen durfte er aufgrund der Gesetzeslage nicht. Das ist nur anerkannten Flüchtlingen erlaubt. Zehn Jahre lang sei er ohne Anstellung gewesen, sagt Dinis. Eine Belastung. „Ich habe deswegen als Freiwilliger gearbeitet, im Hospiz Kranke und im Pensionistenheim alte Menschen gepflegt.“ Auch seinen 70-jährigen Nachbarn hat er betreut. „Nun fragt er mich jeden Tag, wann ich wieder zu ihm komme. Aber ich kann nicht – ich arbeite doch jetzt hier.“ Für einen Moment wirkt Dinis geknickt. Dann zieht er sein kornblumenblaues T-Shirt glatt, damit der Schriftzug des Magdas besser zu sehen ist. „Dieser Job ist das Beste, was mir seit Langem passiert ist.“

Caritas-Hotel: Hier ist noch Platz
Im Hotel Magdas werden 27 Sprachen gesprochen. | © Paul Kranzler

Seit Februar ist das Haus im 2. Bezirk geöffnet. Die Caritas, eine Hilfsorganisation der katholischen Kirche, hat in Österreich die Caritas Services GmbH gegründet, um unter dem Namen Magdas (abgeleitet von „Ich mag das“) Stellen für Langzeitarbeitslose zu schaffen. Über 100 Mitarbeiter sind mittlerweile in den Integrationsbetrieben beschäftigt, darunter das Restaurant Magdas Kantine und ein Magdas-Recyclingunternehmen. Und nun auch im Magdas Hotel. Früher wohnten hier Senioren, in Premiumlage: zwischen Donaukanal und Donau, an der von Bäumen gesäumten Hauptallee des Praters. Das Gebäude aus den Siebzigern wird von der 1912 errichteten Bildhauerschule der Akademie der bildenden Künste eingefasst. Weil es so hässlich ist, wirkt die Nähe des prächtigen Atelierbaus wie eine tröstende Umarmung. Außerdem hat das Hotel ein gutes Herz: „Hier werden Vorurteile abgebaut“, steht auf dem Banner, das an der Fassade hängt. Die Lobby hinter den schweren Glastüren ist weitläufig, der Boden beige und grau gefliest. Einige der gelbspeckigen Heimlampen haben den Umbau überlebt. Sie durften ihren Platz an der Decke wieder einnehmen. Von dort scheinen sie auf die 27 großen und kleinen Porträts, die rechts an der Wand arrangiert sind. Keine Ahnengalerie, Fotos der Mitarbeiter.

Wer im Urlaub Abstand von der Realität nehmen möchte, sollte vielleicht anderswo einchecken. Im Magdas bekommen die anonymen Flüchtlingsschicksale aus den Nachrichten ein Gesicht. Da ist die Tschetschenin Toita, die der Krieg aus ihrem Land vertrieben hat und die ihre zwei Söhne bislang in einem Flüchtlingsheim großziehen musste. Dank ihres neuen Jobs als Reinigungskraft ist sie nun auf Wohnungssuche. Oder Neda, eine Lehrerin aus dem Iran, die seit ihrer Ankunft in Österreich vor zwei Jahren keine Stelle gefunden hat. Trotz ihrer Ausbildung. Nun arbeitet sie in der Küche.

Eines der jüngsten Gesichter (und kleinsten Fotos) ist das von Sebastiaan de Vos. Der Hotelmanager mit dem akkurat gestutzten Bart stammt aus den Niederlanden. De Vos ist 28 Jahre alt. Bereits mit 25 führte er sein erstes Hotel, das Berghotel Malta im Nationalpark Hohe Tauern. Auf seine Aufgaben im Magdas hat ihn dies nur zum Teil vorbereitet: Hier ist er abwechselnd Manager, Ausbilder, Motivationstrainer, Inneneinrichter und Sozialarbeiter. Genau wie seine fünf Abteilungsleiter. Die sind alle Hotelprofis und sollen sicherstellen, dass der Betrieb läuft und die erwachsenen Jobanfänger bei der Arbeit möglichst viel lernen. Damit aus seinen Angestellten aus der ganzen Welt schnell ein Team wird, beschäftigt de Vos zusätzlich einen Jobcoach. An diesem Samstag scheint der Hotelchef überall zugleich zu sein. Begrüßt Gäste – viele sind vorbeigekommen, um sich das neue Haus anzuschauen und einen Kaffee im Salon zu trinken – und dirigiert Angestellte und Handwerker. Noch sind nicht alle der 78 Zimmer, davon vier Suiten und zwei Apartments, komplett eingerichtet. Ende März soll es so weit sein. Bis dahin gibt es die Übernachtung noch zum Einführungspreis.

Caritas-Hotel: Hier ist noch Platz
Noch sind Zimmer frei. | © Paul Kranzler

Für eine Espressolänge nimmt de Vos auf einem der Loungesofas im Salon Platz. Der frühere Aufenthaltssaal des Altenheims ist nun eine Mischung aus Cocktailbar, Café, Bibliothek und Arbeitsraum mit Tresen und Kuchenvitrine als Mittelpunkt. Die Fenster reichen vom Boden bis zur Decke, zwischen ihnen stehen Bücherregale. Eine Wand ist mit Graffiti geschmückt. Hinter dem Tresen hebt der Iraker Majid gerade Kuchen auf einen Teller. Er schaut so ernst drein, als wäre die Donauwelle soeben verstorben. Die selbstbewusste Freundlichkeit des Gastgebers, mit der Dinis an der Rezeption die Gäste begrüßt, fehlt manchen seiner Kollegen noch. Auf der Flucht haben sie gelernt, den Blick zu senken: bloß nicht auffallen! Nun sollen sie auf die Gäste zugehen. Für manche sei das ein weiter Weg, sagt de Vos. „Wir möchten unseren Angestellten vermitteln, was es bedeutet, ein Dienstleister zu sein. Ich wünsche mir, dass unsere Gäste ins Hotel kommen, weil der Service stimmt. Nicht nur, weil hier Flüchtlinge arbeiten.“

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Die Hausdame prüft die Zimmer. | © Paul Kranzler
De Vos wurde engagiert, um ein etwas ungewöhnliches Hotel mitzugestalten und zu führen. Doch für seinen Arbeitgeber ist das Magdas auch eine Maßnahme, um die Politik zu beeinflussen. Die Caritas in Österreich fordert, Asylbewerbern den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Noch dürfen diese nur als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft und Gastronomie oder als Prostituierte tätig werden. Auch für die Flüchtlinge im Hotel galt diese Einschränkung, bevor sie anerkannt wurden.

Viele von ihnen sind bereit, mit den Gästen über ihr Schicksal zu sprechen. Ihre Geschichten setzen Ausrufezeichen hinter die Forderungen der Caritas. „Dieses Haus hat Symbolcharakter“, sagt der Hotelchef. Das sei jedem im Team bewusst. „Normalerweise übernimmt man als Manager ein fertig eingerichtetes Hotel. Wegen des Budgets mussten wir jedoch viel selbst machen. Alle haben gern mit angepackt.“ 1,5 Millionen Euro stellte die Caritas der Services GmbH für das Projekt zur Verfügung. Ein Kredit, der innerhalb von fünf Jahren abgezahlt werden soll. Weitere 57.000 Euro kamen durch Crowdfunding zusammen. Angestellte, Nachbarn, Facebook-Freunde und Studenten der Akademie der bildenden Künste halfen, das Haus auszuräumen, zu renovieren und neu einzurichten. De Vos fuhr mit dem Lkw quer durch Österreich, um Möbelspenden abzuholen. Die begrenzten Mittel zwangen ihn zu Einschränkungen. Doch gemeinsam mit dem Team fand er Lösungen – Brettspiele statt Fernseher! Upcycling! – und ist nun aufrichtig verschossen in jedes Detail.

Caritas-Hotel: Hier ist noch Platz
Detailverliebtes Upcycling | © Paul Kranzler

Upcycling meint all die Dinge im Haus, die unter der Leitung des Designers Daniel Büchel überarbeitet und umfunktioniert wurden. In den geräumigen Zimmern ersetzen zum Beispiel ausgediente Gepäckablagen der österreichischen Eisenbahn die Kleiderschränke. Stühle wurden halbiert und als Nachttische an die Wände geschraubt. Die kantigen Schreib- und Beistelltische haben mit den Einbauschränken, die sie mal waren, nur noch das Furnier gemein. Künstlerisch sieht das aus. Als wäre man in eine Installation geraten, die das bürgerliche Wohnen auf die Schippe nimmt. Denn neben den umgearbeiteten Möbeln gibt es auch vieles, das unverändert geblieben ist. Da steht dann ein neuer Flatscreen auf einem eichenfurnierten TV-Tisch mit Rollen, der schon in den Achtzigern unmodern gewesen sein muss. Genau wie die ollen Heizkörper im Bad.

Gemütlich ist es trotzdem, mit flauschigen Überdecken und genoppten Teppichen in Eismeerblau oder Ingwergelb. Und der Ausblick! 60 Prozent der Zimmer haben einen großen Balkon – eine Seltenheit in Wien. Im Nordwesten sieht man den Wienerwald, einen Ausläufer der Alpen, und das berühmte Riesenrad im Prater. Richtung Nordosten ragt der nadelspitze Turm des Kettenkarussells in die Höhe. Und weil es so still ist, kann man neben den Vögeln in den Bäumen auch die Fahrgäste in der Black Mamba fiepen hören, wenn deren Kabine zum Überschlag ansetzt. Wuiiih! Fernseher haben nur die etwas teureren Zimmer im vierten Stock. Aus finanziellen Gründen und weil sich die Menschen hier begegnen, nicht einigeln sollen. Wenn sich alles ein wenig eingespielt hat, wird das Magdas auch Mittagsmenüs anbieten. Vom Herbst an sollen Gäste im Restaurant à la carte essen können. Noch ist das Angebot auf das Frühstücksbuffet und am Nachmittag auf Torten und Sandwichs beschränkt.

Den Besuchern genügt das. Im Salon trinken Rentner ein Nachmittagsbierchen, sitzen Paare bei einem Stück Kuchen auf den geschwungenen Kirschholzsesseln. Ihre Kinder flitzen um die Tische. Deren Platten stammen aus der Bildhauer-Akademie. Über Jahre haben die Studenten während des Unterrichts darauf herumgekritzelt. Auf den glatten Oberflächen drängen sich Karikaturen, Strichmännchen, Penrose-Treppen und Graffiti. Für so viel authentischen Charme geben andere Hotels viel Geld aus. Durch die großen Fenster schaut man ins Grüne, auf Alleebäume und in den Garten des Atelierhauses nebenan. Unter krakelig gewachsenen Obstbäumen warten dort Steinblöcke darauf, von den Bildhauern in Form gebracht zu werden. Auch im Hotelgarten soll einiges umgestaltet werden, sobald es wärmer wird. Noch fehlen Tische und Stühle. Das Feld für die Boccia-Bahn ist aber schon angelegt. Einen Grill soll es geben. Vielleicht auch einen Stall mit Kaninchen für die Kinder. Und wenn die Nachbarn das möchten, dürfen sie den Garten mitnutzen.

Caritas-Hotel: Hier ist noch Platz
Der Frühstücksraum | © Paul Kranzler

In der Nachbarschaft hatten die Hotelpläne der Caritas anfangs für Unruhe gesorgt. Mitglieder der FPÖ äußerten sich besorgt: Die Flüchtlinge könnten das Haus als Umschlagplatz für Drogen nutzen. Die Rechtspopulisten fürchteten sich vor allem vor 25 Minderjährigen, die in einem Flügel des ehemaligen Pflegeheims wohnen. Die Jugendlichen sind ohne Eltern nach Österreich gekommen. Die Caritas hat sie in einem Teil des Gebäudes untergebracht, der einen eigenen Eingang hat und nicht als Hotel genutzt wird. Eine Zwischenlösung, bis die Jugendlichen im Herbst in ein anderes Haus umziehen. Begegnungen mit den Gästen sind aber durchaus erwünscht, und der Salon steht den Jugendlichen offen. Auf mindestens vier von ihnen wartet im Magdas ein Ausbildungsplatz in der Küche, im Service oder an der Rezeption. Um für das Hotel zu werben, initiierte die Caritas mehrere Treffen mit Politikern und Anwohnern. Als dann kurz vor der Eröffnung bekannt wurde, dass im Hotel noch Bücher und Pflanzen fehlen, brachten die Nachbarn ihre eigenen vorbei: Kakteen und Yuccas für den Salon. Wahrigs Illustriertes Wörterbuch und Vegetarisches aus dem Wok für die Bibliothek. Weil man manches von dem, was im Magdas herumsteht, selbst mal zu Hause hatte, wirkt das Hotel fast schon befremdlich vertraut.

Sonntagmorgen in der Küche. Sameer zerkleinert mit großer Sorgfalt leere Kartons. 2010 verließ er seine Heimat, ein Dorf in Afghanistan unweit der pakistanischen Grenze. Junge Männer wie er werden dort von den Taliban rekrutiert. „Sich anzuschließen ist schlimm. Sich gegen sie zu entscheiden, gefährlich“, sagt er. Zwei Jahre dauerte seine Flucht in Bussen und Booten. Über Pakistan führte sie ihn in den Iran, die Türkei, nach Griechenland, Mazedonien, Serbien, Bosnien und letztlich nach Wien. Hunger und Angst begleiteten ihn. Nun wohnt er bei einer österreichischen Familie, hat Freunde gefunden. Mit seinem Job als Küchenhelfer ist der junge Mann, der sein Alter auf „etwa 26“ schätzt, mehr als zufrieden. „Hier ist es super“, sagt er. Sein Lächeln schließt die Kartons, die Küche, eigentlich ganz Österreich mit ein.

Im Frühstücksraum biegt sich die zum Buffet umfunktionierte Tischtennisplatte unter dem Gewicht von Käseplatten und einer Obst-Etagere. Croissants und Nussbeugerl liegen in den Schubladen eines ausrangierten Verkaufstresens. Aus dem massiven Kaffeeautomaten – die Spende eines anderen Hotels – pritschelt auf Knopfdruck Cappuccino oder Verlängerter in die Tasse. Adele und Hans sitzen beim Frühstück. Die Linzer haben das Magdas gebucht, weil sie die Caritas schätzen. „Die äußert sich nicht nur kritisch zu Themen wie Asyl und Arbeitslosigkeit“, sagt Hans, „sondern versucht auch, Lösungen zu finden.“ Der pensionierten Krankenschwester Adele gefällt, „dass das Personal aus so vielen verschiedenen Ländern kommt“. Dass nicht alles durchdesignt ist, stört die beiden nicht. Das Magdas sei innovativ und nachhaltig, sagt der ehemalige Kirchenangestellte Hans. „Ein neues Hotel mit alten Möbeln auszustatten – tolle Idee.“ Neugier und Geduld sollten die Gäste aber schon mitbringen. „Es dauert sicher noch eine Weile, bis sich der Betrieb richtig eingespielt hat.“

Caritas-Hotel: Hier ist noch Platz
Hier wird mit Liebe gekocht: die Küche im Magdas. | © Paul Kranzler

Hotelchef de Vos will natürlich nicht auf den guten Willen seiner Gäste angewiesen sein – obwohl die sich, der guten Sache wegen, sicher gerne tolerant zeigen. Und weil das Magdas nun mal ein Hotel mit Persönlichkeit ist, kein mit Vitra-Sesseln auf Konsensschick getuntes Budgethaus. Fünf Jahre haben Sebastiaan de Vos und sein Team Zeit, ihr Hotel zu etablieren. Wenn sich das Haus bis dahin nicht selbst trägt, wird es wieder geschlossen. Für die Mitarbeiter des Hotels sind diese fünf Jahre eine Chance, endlich ganz in Österreich anzukommen. Dass ihre neue Stelle vielleicht nur befristet ist, entmutigt sie nicht. Im Gegenteil: So gewiss wie jetzt war ihre Zukunft lange nicht. Fragt man Dinis, warum er damals Guinea-Bissau verlassen hat, sagt der Rezeptionist: „Ich wusste einfach, dass mein Tag irgendwann kommen wird.“ Für ihn war es der 15. Februar 2015. Der Eröffnungstag des Magdas Hotels.

Magdas Hotel, Laufbergergasse 12, 1020 Wien, Tel. 0043-1/720 02 88. DZ ab 70 Euro, Suiten ab 110 Euro

Jessica Braun für

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